Eine kleine Stadt in der Schweiz. Ein Haushalt mit einer Frau und ihrem Sohn. Es gibt keinen Mann, es gibt Männer. Und an Geld herrscht immer Mangel, an Zärtlichkeit erst recht.
Die Mutter von Lukas Bärfuss war eine Frau ohne Bildung und ohne Perspektiven, dafür mit einem unstillbaren Freiheitsverlangen. Das Kind sah sie als Fessel, sie hatte sich dieses Leben nicht ausgesucht. Eine Rabenmutter, so nannte sie sich selbst; ihr Sohn landete auf der Strasse. Sie hatte nur die Waffe der Ohnmächtigen, das böse Maul. Und im Alter blieb ihr kein anderer Ausweg als die Armutsmigration in die Dominikanische Republik, aus einem der wohlhabendsten Länder der Welt, in dem der Lebensabend unerschwinglich für sie war.
Der Sohn musste sich früh in der Kunst üben, seine Mutter zu überleben. Und in der Rückschau stellt er sich die Frage, wo in einem elenden Leben die persönliche Verantwortung aufhört und die einer ganzen Gesellschaft beginnt. Ein aufrüttelndes Buch, für Leserinnen und Leser von Edouard Louis und Annie Ernaux.
Diesmal ist ihm sein bestes Buch überhaupt gelungen, und das liegt ganz einfach an der unerhörten Vielfalt des Buches. Meisterhaft. ("3Sat "Kulturzeit"")
Wenn man Literatur auch dokumentarisch definiert als das, was erzählt werden muss, weil es noch nicht erzählt wurde, dann muss diese starke Geschichte nicht nur erzählt, sondern auch gelesen werden. ("NZZ am Sonntag")
Im Zentrum dieses lesenswerten Essays steht der weibliche Überlebenskampf. Dass dieser nicht selten scheitert, so kann man den Autor verstehen, hat System. ("Deutschlandfunk "Büchermarkt"") Zugleich persönliche Trauerarbeit, Selbstreflexion und literarische Annäherung an eine komplexe Frau ("RBB Radioeins "Favorit Buch"")
Mit diesem Buch ist Lukas Bärfuss ein herausragendes Werk gelungen. Er lässt das Politische und das Private in seiner unverwechselbaren Sprache ineinanderfliessen. ("SRF 2 Kultur-Aktualität") Ein harter, ein roher und ein unglaublich naher Bericht aus dem Inneren einer Kindheit in Armut. ("Basler Zeitung")
Eine brillant geschriebene und ergreifende Lektüre ("SRF Radio 2") Ein bewegendes Zwiegespräch mit einer Toten, eine Geschichte, die mit dem Sterben erst beginnt. ("SWR Kultur lesenswert Magazin")
Eine Mutter, die von ihrem Sohn glühend verteidigt wird. Trotz allem. ("Neue Zürcher Zeitung")






